Konjugationsklassenwandel: Prinzipien Des Ab-, Um- Und Ausbaus Verbalflexivischer Allomorphie in Germanischen Sprachen

Konjugationsklassenwandel: Prinzipien Des Ab-, Um- Und Ausbaus Verbalflexivischer Allomorphie in Germanischen Sprachen

Prinzipien Des AB-, Um- und Ausbaus Verbalflexivischer Allomorphie in Germanischen Sprachen

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23 Sep 2026
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Description

Flexionsklassen bilden synchron formale Differenzierungen ohne funktionales quivalent - eine berlegung, die wiederholt zu Abbauprognosen verleitet hat. Dass Klassifizieren im Verbalbereich auf den ersten Blick noch weniger sinnvoll erscheint als in der Deklination, war der Grund, Konjugationsklassenwandel ins Zentrum zu stellen.
Gezeigt wird zum einen, dass Konjugationsklassen in der Geschichte der germanischen Sprachen keineswegs zwingend abgebaut, sondern erhalten, reorganisiert und zuweilen neu entwickelt werden. Zum anderen wird deutlich, dass Konjugationsklassenwandel nicht willk rlich, sondern prinzipiengesteuert verl uft, indem er z.B. funktional an den Wandel grammatischer Kategorien wie Tempus gekoppelt ist (wo er dem Relevanzprinzip folgt) und frequenziellen Faktoren unterliegt (kategorielle und lexikalische Frequenz).
Im Theorieteil wird erstmals ein umfassender Katalog interner Parameter von Flexionsklassen-wandel erarbeitet. Der Analyseteil untersucht im flexiblen diachronen Kontrast ausgew hlte Fallbeispiele aus dem Deutschen (inkl. Dialekten) und weiteren germanischen Sprachen (u.a. Schwedisch, Westfriesisch, F r isch), nach Erwartbarkeit gegliedert in Abbau, Umbau und Ausbau von Konjugationsklassen.